Sie beide wenden dafür viel Energie auf.


„Ich habe Recht! Du liegst falsch!“, sagen Sie.


Und ihr Partner erwidert:


„Nein! Kann gar nicht sein! Du liegst sowas von daneben, denn in Wirklichkeit habe ich Recht!“


So geht es stundenlang hin und her.



Und dennoch kommen Sie keinen Schritt voran.

Die Methode, auf der die GFK aufbaut, ist recht simpel.


Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Konflikt.


Sie und ihr Konfliktpartner versuchen gerade intensiv zu klären, wer Recht und wer Unrecht hat. 


Sie suchen und finden Argumente, äußern kluge Gedanken, wollen überzeugen und übertrumpfen.


SCHRITT EINS


Was haben Sie beobachtet?


Beschreiben Sie Ihrem Konfliktpartner, was er konkret gesagt oder getan hat, was schlussendlich dazu geführt hat, dass Ihr Leben gerade alles andere als zufriedenstellend ist.

Nun versuchen wir es einmal mit Gewaltfreier Kommunikation.


Dafür lassen wir die Frage „Wer hat Recht?“ einmal völlig links liegen .


Stattdessen konzentrieren wir unsere ganze Energie auf die Frage


„Was brauche ich?“

und

„Was brauchst Du?“.


Die Suche nach der Antwort ist ein meist längeres Gespräch, in dem VIER SCHRITTE wieder und wieder zur Anwendung kommen.

SCHRITT ZWEI


Wie fühlen Sie sich?


Sie teilen Ihrem Konfliktpartner mit, wie Sie sich fühlen, wenn Sie sehen, was er gesagt oder getan hat.

SCHRITT VIER


Bitten


Sie bitten Ihren Konfliktpartner um etwas, was Ihr Leben lebenswerter macht und Ihr Bedürfnis befriedigt.

SCHRITT DREI


Bedürfnisse


Nun sagen Sie ihrem Konfliktpartner, welche Bedürfnisse in Ihnen hungern.



ACHTUNG: Beschreiben Sie ohne zu bewerten!


Der Satz...


„Nie hilfst Du mir im Haushalt!“


...enthält eine Verallgemeinerung und stellt damit keine Beobachtung sondern einen Vorwurf dar.

Beispiel:


„Ich bin gerade wirklich stinksauer.“


„Ich bin so wütend..., ich könnte explodieren.“


„Ich bin furchtbar traurig.“


Ihrem Konfliktpartner Ihre Gefühle mitzuteilen soll, Ihm zeigen, dass Sie ein Mensch sind und kein Gegner.


Beispiel:

„Mir ist wichtig, dass die Aufgaben in unserem Haushalt gleichmäßig verteilt sind.


Das dahinter liegende Bedürfnis könnte „BALANCE von Arbeit und Freizeit“ sein.


Also - die vier Schritte Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte bilden die Methode.


Diese vier Schritte begleiten Sie durch das gesamte Konfliktgespräch.


Sie tragen dazu bei, dass Sie und Ihr Konfliktpartner  miteinander in Kontakt bleiben und sich dadurch als Menschen erleben und nicht als Gegner.

Zunächst könnte das einfach nur Feedback sein. Feedback darüber, was Sie gesagt haben oder Feedback über den Gefühlszustand Ihres Partners.


Später im Gespräch bitten Sie um konkrete Aktionen Ihres Konfliktpartners, die helfen Ihr Leben schöner und reicher zu machen.



Was denken Sie jetzt?


„So einfach ist das?“


oder


„So kompliziert ist das?“


Sich in den vier Schritten auszudrücken wirkt am Anfang tatsächlich sehr mühsam.


Es braucht Übung und Mut, sich mit Gefühlen und Bedürfnissen  zu beschäftigen.


Doch was wird Ihre Bedürfnisse langfristig eher erfüllen?


Intensive Gespräche in Gewaltfreier Kommunikation oder eine schier endlose Reihe von Scharmützeln, in denen Sie Ihren Konfliktpartner wieder und wieder mit Vorwürfen und Anschuldigungen konfrontieren?


Die Antwort liegt auf der Hand.

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