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Seit 1991 arbeite ich freiberuflich für das Thüringer Regionalfernsehen als Autor und Journalist. Seit 1992 als Moderator und Reporter des MDR Thüringen Journals.

Auch in dieser Funktion habe ich täglich mit Sprache zu tun.

Selbstverständlich habe ich den Anspruch, Nachrichten so objektiv und sachlich wie möglich zu vermitteln.

Dabei wird mir in den letzten Jahren immer deutlicher bewusst, wie schwierig es ist, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Viele Punkte stehen unserer sachlichen Beobachtung im Wege:


1. Unsere kulturelle Prägung.


2. Der Zwang unseres Gehirns, zu selektieren, also den Großteil an Information „auszusieben“.


  1. 3.Unsere Neigung, uns Erlebnisse FALSCH einzuprägen und ebenso FALSCH wiederzugeben.


  1. 4.Unser Hang, bisweilen in Systemen „Muster“ zu erkennen, wo gar keine sind.


Diese Erkenntnis hat meinen eigenen Medien-Konsum maßgeblich beeinflusst.


Ich nehme heute unser eigenes Produkt und auch die Arbeitsergebnisse von Journalisten-Kollegen viel kritischer wahr, als noch vor 20 Jahren.


Ich werde daher nicht müde, gerade jüngere Zuschauer auf die Möglichkeiten der unabsichtlichen „Selbst-Manipulation“ aufmerksam zu machen.


Auch muss ich feststellen, dass selbst vermeintlich objektive Berichterstattung in den Medien keineswegs frei von gewalttätiger Sprache im Sinne der GFK ist.


Später dazu mehr.